Dieses Blog durchsuchen

Posts mit dem Label Lesen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Lesen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 5. Juni 2016

Zum Donnerwetter

was ist das für ein Tag voll banaler Belanglosigkeiten und nichts sagender Tätigkeiten. Na gut, muss es auch geben...

Dennoch bin ich wieder dabei, wenn Anita von Grinsestern für den Sieben Sachen-Sonntag sieben Dinge sammelt, für die wir unsere Hände gebraucht haben. 


1. Kuscheln im Bett mit der jüngsten Tochter. Weder belanglos noch banal, sondern sehr schön. 

Man kann deutlich erkennen, dass lackierte Fingernägel und Gartenarbeit nicht zusammen passen

2. das Wegräumen der Reste des gestrigen "Kinoabends". Zur großen Freude meines kleinen fanatischen Heidi-Fans habe ich den Kinofilm auf DVD erstanden. Dieser Film war der erste (und auch letzte) Film überhaupt, den ich mit meiner Tochter im Kino angeschaut habe. Wir waren im Dezember begeistert, und wir waren gestern begeistert. Für mich ist das ein Film, der das Herz erwärmt und den Tag (noch) ein weniger schöner macht.




3. Anschließend gehen meine mittlere und meine jüngste Tochter und ich in den Garten vorm Haus zum spontanen Frühstückspicknick mit Meerschweinchen. 




4. Da eines der Meerschweinchen es geschafft, sich eine Kralle komplett herauszureißen (wie es das in seinem doch greisen Alter auf dem weichen Rasen geschafft hat, ist mir ein Rätsel), war die vierte Aktion mit meinen Händen heute das Festhalten des Meerschweinchens für die "Not-OP" am Schwein, durchgeführt von meiner mittleren Tochter, während die Jüngste daneben stand und wegen des wild quiekenden Meerschweinchens kaum die Tränen zurückhalten konnte. Auffallend war die Ruhe und Gelassenheit meiner mittleren Tochter, mit der sie nahezu professionell das Tier verarztete. Ich glaube, das zweiwöchige Praktikum hat ihr sehr viel Vertrauen und Gelassenheit gegeben.

Das Rechte, das so unschuldig schaut, ist der Grund für viel Aufregung und noch mehr Blut

5. Nach dieser Aufregung gönne ich mir eine Auszeit mit einem Buch. Es ist von Harper Lee und eine Art Fortsetzung des bekannten Romans "Wer die Nachtigall stört". Ich mochte dieses Buch sehr, als ich es vor langer Zeit einmal gelesen habe, und so war ich sehr gespannt auf die Fortsetzung, die interessanter Weise vor der Nachtigall geschrieben wurde. Da das Manuskript jedoch lange verschollen war, ist es erst vor kurzer Zeit herausgebracht worden.




6. Auf dem Weg nach oben habe ich noch einen Baum geplündert. Zu meiner Rechtfertigung kann ich sagen, dass er bei uns auf dem Grundstück steht. Dennoch war meine Tochter der felsenfesten Überzeugung, ich müsste mich bei dem Baum dafür entschuldigen, dass ich einen Zweig abpflücke und mich dann bei ihm bedanken. Das habe ich getan, den vermutlich hat sie recht damit.





7. Zwischen zwei Gewittern (denen vermutlich noch einige folgen werden), bringe ich meine Jüngste zu einem Kindergeburtstag, um sie dort um 18.30 Uhr abzuholen. 






Anschließend werde  ich, wenn das Kind im Bett liegt, vermutlich ein Sommerkleid für die Jüngste nähen, da ihr die Sommersachen des letzten Sommers ein wenig klein geworden sind, etwas fernsehen und dann ebenfalls ins Bett gehen. Morgen steht ein Zahnarztbesuch mit meiner Jüngsten an, vor dem mir ein wenig graut. Die Kleine hat unten bereits zwei Schneidezähne und oben ist einer am wachsen, während die Milchzähne noch drin sind. Ich befürchte, dass der Zahnarzt ihr sie wird ziehen müssen, und das wird sicherlich nicht ohne viele Tränen passieren. Denkt doch einmal um 13.40 Uhr an uns...

Ich wünsche allen einen schönen Sonntag!!!

Sonntag, 21. Februar 2016

Schaffenszeit

Heute steht der Tag ganz unter dem Motto "carpe diem". Es ist der letzte Tag, an dem ich mit meiner mittleren Tochter ganz alleine bin, und den werde ich nutzen. 

Seit 10 Tagen ist mein Mann mit unserer Jüngsten im Urlaub - das war komisch, hat mir allerdings auch ungeahnte Freiräumen verschafft, die ich mir in diesem Ausmaß (schließlich ist die Kleine ein sehr ruhiges Kind, das sich sehr gut und gerne allein beschäftigt) nicht vorgestellt habe.

Heute nun also nutze ich diesen Tag und das schlechte Wetter zum "Kreativtag". Und dokumentiere - wie die letzten Sonntage auch - sieben Sachen, für die ich meine Hände gebraucht habe, egal, ob für fünf Minuten oder fünf Stunden. Gesammelt wird das wie immer bei Anitas (Grinsestern) Siebensachensonntag.

1. Nach dem ersten Kaffee, den ich mit dem neuen Inspector Lynley-Roman, den mir mein Mann aus dem Urlaub zugeschickt hat, trinke, durchforste ich das Internet nach Ideen für die heiß ersehnte Heidi-Geburtstagsparty meiner Jüngsten. 




2. So stoße ich durch Zufall auf eine Piñata und weiß sofort:"die will ich auch!". Sofort recherchiere ich weiter, und beschließe nach einem Blick auf die Preise, dass ich die selber machen kann. Die dafür notwendigen Zutaten habe ich alle Zuhause: Luftballon, Mehl, Salz, Wasser und alte Zeitungen, rühre daraus eine Art Kleister an und beklebe den Ballon mit Zeitungsstreifen. Dann muss er trocknen und alles bis zu 4 X wiederholt werden. Ich werde die fertige Piñata wohl nur mit Heidibildern bekleben. 
Klassisch ist eine Piñata wohl als Eselfigur o.ä., doch wenn meine Tochter das Gebilde dann zu schön findet, wird sie es nicht mit ihren Gästen zerschlagen wollen, doch darin liegt nun einmal Sinn und Zweck einer Piñata.





3. Nach dem ersten Klebedurchgang setze ich mich schon vor 9.00 Uhr an die Nähmaschine und nähe ein Sweatshirt für eine Kundin, die sich hoffentlich darüber freut, dass sie den Pulli früher als erwartet abholen kann.




4. Da ich so schön im Schwung bin, nähe ich die längst überfällige Yogahose für meinen Mann. Da ich kein Schnittmuster habe, gestaltet sich das Unterfangen etwas spannender als geplant, doch am Ende bin ich sehr zufrieden.




5. Gegen 12.00 Uhr gönne ich mir hochzufrieden eine kleine Mittagspause, in der ich die Reste des gestrigen Abendbrots genieße und an den gestrigen Abend denke. Der war nämlich sehr schön, weil ich mit meinen beiden Töchtern und dem Freund der Großen den Film "Der große Trip" gesehen habe. Ein toller Film, bei dem ich zumindest immer eine große Packung Taschentücher bereithalten muss.




6. Das Nähen hat noch immer kein Ende. Ich überlege, dass es sich ja nahezu um eine Effizienzsteigerung handelt, wenn ich die Tatsache, dass in der Coverlockmaschine noch blaues Garn eingefädelt ist, dazu nutze, zusätzlich eine Sweathose für den Verkauf zu nähen. Kaum gedacht, schon gemacht. Ich bin sehr zufrieden mit der Hose, obwohl ich dieses Kleidungsstück eigentlich nicht so gerne nähe.



Während der ganzen Näherei höre ich Effi Briest als Hörspiel und schwelge. Effi Briest gehört definitiv zu meinen 3 Lieblingsbüchern, vielleicht steht es sogar ganz oben an der Spitze. Ich bewundere die schriftstellerische Technik immer wieder aufs Neue, obwohl ich das Buch bestimmt schon zwanzigmal oder häufiger gelesen habe. Und ich bin immer wieder fasziniert von Theodor Fontane, der die Missstände, in denen sich die Frauen seiner Zeit befanden, auf so unnachahmlich großartige Art und Weise darstellte. Das Hörspiel ist ein wenig ungewöhnlich, zumal ich bedauerlicherweise die Stimme von Effi nicht so gerne mag. Dennoch nimmt mich einmal mehr die Handlung absolut gefangen. Eine herrliche Begleitmelodie zum Nähen, und da ich das Buch so gut kenne, ist es auch nicht so schlimm, wenn das eine oder andere Wort im Geratter der Nähmaschine untergeht.

7. Baden am Nachmittag hat für mich immer den Beigeschmack von Luxus und einem Moment absoluten Nichtstuns. Und welcher Tag wäre besser geeignet als dieser? Ich bin (quasi) alleine, es regnet, und ich habe Vieles bereits erledigt. Also schnappe ich mir mein Buch und verschwinde in der festen Absicht, in der nächsten halben Stunden (mindestens) nicht wieder herauszukommen.




Es ist bislang ein wunderschöner Sonntag, an dem nur eines schlecht ist: Das es bereits 17.45 Uhr und der Tag damit bald zuende ist.

Ich wünsche allen einen schönen und vor allem gemütlichen Sonntagabend.


Sonntag, 27. September 2015

Schon wieder Sonntag?

Hui, wie die Zeit vergeht... irgendwie bin ich richtig verstört, dass schon wieder Sonntag ist. Kann es sein, dass der Alltag wirklich meine Zeit so verschluckt, dass ich das Gefühl habe, nur noch hinterherzulaufen? Es ist momentan so wie mit meinem Geld: So wie ich sonst ins Portemonnaie schaue und mich verdutzt frage: "Wo ist es denn hin, mein schönes Geld? Ich habe doch nichts gekauft!", so geht es mir mit Tagen der letzten Wochen: "Wo sind sie denn hin, meine schönen Tage? Ich habe doch nichts (Bleibendes) gemacht?" Wie schön, dass Anita von Grinsestern mich zumindest an jedem Sonntag zwingt, den Tag bewusster zu erleben und für den Siebensachensonntag 7 Dinge zu sammeln, für dich ich meine Hände gebraucht habe.


1. Da ich gestern mit meiner Tochter sehr lange ferngesehen habe, war heute morgen der erste Kaffee ein unbedingtes Muss, um den Tag angehen zu können.




2. Und mit dem Kaffee ging es wieder ins Bett, um ganz gemütlich ein neues Buch zu lesen.
In der letzten Woche schaltete ich zufällig in eine Talkshow, in der der Werner Bratens  Autor des Buches Empathie. Die Macht des Mitgefühls Gast war. Da mich das Thema prinzipiell schon interessiert, durch die Flüchtlingshilfe jedoch noch mehr als ohnehin beschäftigt, bestellte ich es sofort. Und was soll ich sagen? Das Buch hält nicht nur, was ich mir davon versprochen habe, es übertrifft sogar meine Erwartungen. Oftmals finde ich Bücher dieser Art entweder sehr abgehoben (Wortwahl und Ideen betreffend) oder zu "Selbsthilfe"-orientiert. Werner Bartens möchte nicht missionieren, sondern er spricht sehr sachlich über (einige für mich sehr überraschende) Ergebnisse, die bei unterschiedlichsten Untersuchungen von Menschen, Situationen und Begebenheiten gemacht wurden. Und das alles vermittelt er in einer Sprache, die angenehm zu lesen ist. Ich habe das Gefühl, dass er wirklich mit seinem Buch seine Leser erreichen möchte und es nicht darum geht, durch aufgeblähte Satzkonstrukte seine Eitelkeit zu befriedigen.




3. Ebenfalls noch im Bett suchte ich nach einer passenden Stickdatei für einen mit kleinen Delfinen bestickten Stoff und wurde fündig. Wenn das Shirt fertig ist, werde ich es einmal zeigen. Von der Stickdatei bin ich ganz begeistert. Dieses Shirt wird auf jeden Fall für meine kleine Tochter sein, die den Stoff schon voller Begeisterung ihrer großen Schwester gezeigt hat. Die große Schwester war vor einigen Jahren so begeistert und fasziniert von Delfinen, dass sie eine große Delfinsammlung ihr eigen nennen konnte. Delfine in jeder Form - zum Hinstellen, Walgesänge zum Hören, Romane, Sachbücher usw. schmückten ihr Zimmer. Und noch heute sind Delfine die Tiere, die sie besonders faszinieren und die sie zwischenzeitlich immer wieder überlegen lassen, ob sie nicht doch Meeresbiologie studieren sollte.




4. Wie so oft in den letzten 3 Wochen habe ich Stoffe zusammengesucht. Da ich in der kommenden Zeit relativ wenig Zeit zum Nähen haben werde, möchte ich mich schon auf den Herbst vorbereiten und einige Herbstteile für den Verkauf nähen. Ich bin mit dem Ergebnis recht zufrieden. Die heutige Auswahl soll für eine zunächst letzte Kombination aus Rock mit Jeansbund und Shirt werden.



5. In der kommenden Woche habe ich ein Blockseminar, dafür galt es heute endlich, die Unterlagen zusammenzusuchen. Ach, dass ich so etwas aber auch immer so lange aufschieben muss...





6. Endlich habe ich mich einmal wieder aufraffen können, mich um meine Fingernägel zu kümmern. Diese LED-Lacke sind ein Segen für meine ständig abbrechenden Fingernägel. Durch die Lacke werden meine Fingernägel verstärkt und können endlich einmal wachsen. Nach mehreren Lackierphasen gönne ich ihnen dann immer eine mehrwöchige Auszeit, bevor ich sie wieder mit den Lacken vorm Abbrechen schütze.


Nein, ich habe meine Fingernägel nicht lila lackiert. Das Licht lässt sie so aussehen.

7. Und schließlich ging es noch an das Nähen für den guten Zweck. Wie ich ja bereits hier schrieb, mache ich mit bei Sew a smile und dafür habe ich mal wieder Beutel genäht.




Noch ist es recht früh, doch dennoch werde ich mich schon einmal jetzt auf den Weg zu Grinsestern machen. Denn wenn ich ganz ehrlich bin: Die Fotos, die ich hier zeige, geben noch nicht den fertigen Endzustand an. Das bedeutet also, von diesen sieben Sachen muss ich noch fünf fertigstellen. Und das Trinken des Kaffees gehört leider nicht dazu!

Ich wünsche allen einen wunderschönen sonnigen Herbstsonntag und eine Woche mit intensiv erlebten schönen Momenten!

Sonntag, 14. Juni 2015

Drei auf Reisen


heißt das Buch, das ich kürzlich gelesen habe. Endlich mal wieder ein Buch, das mich berührt und zum Lachen gebracht hat. Und auch zum einen oder anderen Seufzer. Ein Buch, in dem mir die wesentlichen Protagonisten allesamt sympathisch sind. Das ist recht selten, denn in vielen Fällen sympathisiere ich recht schnell mit einer der handelnden Figuren

In diesem Buch machen der Ich-Erzähler, seine Frau und sein Sohn, kurz bevor dieser sein Zuhause verlässt, um aufs College zu gehen, eine so genannte Grand Tour - eine Reise durch einige europäische Länder. Auf dieser Reise versucht der Erzähler, seine ihm entgleitenden Beziehungen zu retten, wieder einen innigeren Kontakt zu denen aufzubauen, die seine Welt ausmachen, in der er sich lange so vermeintlich sicher gefühlt hat.
Dieses Buch erzählt von einer Ehe, in der die Partner  zwar freundschaftlich-liebevolle Gefühle füreinander hegen, jedoch einer den anderen zu sehr am Boden hält, es erzählt von dem Leben eines jungen Mannes zwischen Kindheit und Erwachsenenwelt (aus der Sicht des Vaters), und es erzählt von der oftmals schwierigen Beziehung zwischen Eltern und Kindern. In Retrospektiven wird die Vergangenheit erzählt, der Ich-Erzähler und ich konnte lachen, weinen und Verständnis aufbringen. Für alle, weil alle einen nachvollziehbaren Grund haben für ihr Handeln, ihr Denken und ihr Fühlen. 





Wer jetzt meint, es handele sich bei diesem Buch um ein schwermütiges, gar trauriges Buch, der irrt sich. Das Buch ist für mich, wie es das Leben ist. Mal lustig, mal traurig, mal nachdenklich und, ja, auch an einer Stelle für mich etwas eintönig. (Zum Glück handelt es sich dabei nur um einige wenige Seiten). 

ich habe mich in diesem Buch nicht den Figuren übergeordnet gefühlt, glaubte aus meiner Sicht des Betrachters nicht zu wissen, wie das richtige Handeln jetzt auszusehen habe. Im Gegenteil, oft genug war ich ebenso ratlos wie die Romanfiguren. Eben weil ich die Gefühle aller drei so verständlich fand.
 Ich werde das Ende des Buches nicht verraten, wobei mir auffällt, dass es eigentlich egal ist, wie es endet, denn alle Schlussoptionen wären möglich, ohne dass die Geschichte darunter leidet. Dass es überhaupt endet, ist schade, denn ich hätte diese drei Menschen im Buch gerne weiter begleitet, wenn es schon nicht möglich ist, ihnen in der Realität zu begegnen. Denn dass ich sie gemocht hätte, davon bin ich überzeugt.

Bekannt geworden ist David Nicolls vermutlich mit seinem 2009 erschienen Roman "Zwei an einem Tag". Auch dieser Roman gefiel mir, kommt aber nach meinem Dafürhalten mit "Drei auf Reisen" nicht mit.


David Nicholls, Drei auf Reisen
Kein & Aber 2014