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Sonntag, 14. Juni 2015

Drei auf Reisen


heißt das Buch, das ich kürzlich gelesen habe. Endlich mal wieder ein Buch, das mich berührt und zum Lachen gebracht hat. Und auch zum einen oder anderen Seufzer. Ein Buch, in dem mir die wesentlichen Protagonisten allesamt sympathisch sind. Das ist recht selten, denn in vielen Fällen sympathisiere ich recht schnell mit einer der handelnden Figuren

In diesem Buch machen der Ich-Erzähler, seine Frau und sein Sohn, kurz bevor dieser sein Zuhause verlässt, um aufs College zu gehen, eine so genannte Grand Tour - eine Reise durch einige europäische Länder. Auf dieser Reise versucht der Erzähler, seine ihm entgleitenden Beziehungen zu retten, wieder einen innigeren Kontakt zu denen aufzubauen, die seine Welt ausmachen, in der er sich lange so vermeintlich sicher gefühlt hat.
Dieses Buch erzählt von einer Ehe, in der die Partner  zwar freundschaftlich-liebevolle Gefühle füreinander hegen, jedoch einer den anderen zu sehr am Boden hält, es erzählt von dem Leben eines jungen Mannes zwischen Kindheit und Erwachsenenwelt (aus der Sicht des Vaters), und es erzählt von der oftmals schwierigen Beziehung zwischen Eltern und Kindern. In Retrospektiven wird die Vergangenheit erzählt, der Ich-Erzähler und ich konnte lachen, weinen und Verständnis aufbringen. Für alle, weil alle einen nachvollziehbaren Grund haben für ihr Handeln, ihr Denken und ihr Fühlen. 





Wer jetzt meint, es handele sich bei diesem Buch um ein schwermütiges, gar trauriges Buch, der irrt sich. Das Buch ist für mich, wie es das Leben ist. Mal lustig, mal traurig, mal nachdenklich und, ja, auch an einer Stelle für mich etwas eintönig. (Zum Glück handelt es sich dabei nur um einige wenige Seiten). 

ich habe mich in diesem Buch nicht den Figuren übergeordnet gefühlt, glaubte aus meiner Sicht des Betrachters nicht zu wissen, wie das richtige Handeln jetzt auszusehen habe. Im Gegenteil, oft genug war ich ebenso ratlos wie die Romanfiguren. Eben weil ich die Gefühle aller drei so verständlich fand.
 Ich werde das Ende des Buches nicht verraten, wobei mir auffällt, dass es eigentlich egal ist, wie es endet, denn alle Schlussoptionen wären möglich, ohne dass die Geschichte darunter leidet. Dass es überhaupt endet, ist schade, denn ich hätte diese drei Menschen im Buch gerne weiter begleitet, wenn es schon nicht möglich ist, ihnen in der Realität zu begegnen. Denn dass ich sie gemocht hätte, davon bin ich überzeugt.

Bekannt geworden ist David Nicolls vermutlich mit seinem 2009 erschienen Roman "Zwei an einem Tag". Auch dieser Roman gefiel mir, kommt aber nach meinem Dafürhalten mit "Drei auf Reisen" nicht mit.


David Nicholls, Drei auf Reisen
Kein & Aber 2014

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