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Sonntag, 21. Februar 2016

Schaffenszeit

Heute steht der Tag ganz unter dem Motto "carpe diem". Es ist der letzte Tag, an dem ich mit meiner mittleren Tochter ganz alleine bin, und den werde ich nutzen. 

Seit 10 Tagen ist mein Mann mit unserer Jüngsten im Urlaub - das war komisch, hat mir allerdings auch ungeahnte Freiräumen verschafft, die ich mir in diesem Ausmaß (schließlich ist die Kleine ein sehr ruhiges Kind, das sich sehr gut und gerne allein beschäftigt) nicht vorgestellt habe.

Heute nun also nutze ich diesen Tag und das schlechte Wetter zum "Kreativtag". Und dokumentiere - wie die letzten Sonntage auch - sieben Sachen, für die ich meine Hände gebraucht habe, egal, ob für fünf Minuten oder fünf Stunden. Gesammelt wird das wie immer bei Anitas (Grinsestern) Siebensachensonntag.

1. Nach dem ersten Kaffee, den ich mit dem neuen Inspector Lynley-Roman, den mir mein Mann aus dem Urlaub zugeschickt hat, trinke, durchforste ich das Internet nach Ideen für die heiß ersehnte Heidi-Geburtstagsparty meiner Jüngsten. 




2. So stoße ich durch Zufall auf eine Piñata und weiß sofort:"die will ich auch!". Sofort recherchiere ich weiter, und beschließe nach einem Blick auf die Preise, dass ich die selber machen kann. Die dafür notwendigen Zutaten habe ich alle Zuhause: Luftballon, Mehl, Salz, Wasser und alte Zeitungen, rühre daraus eine Art Kleister an und beklebe den Ballon mit Zeitungsstreifen. Dann muss er trocknen und alles bis zu 4 X wiederholt werden. Ich werde die fertige Piñata wohl nur mit Heidibildern bekleben. 
Klassisch ist eine Piñata wohl als Eselfigur o.ä., doch wenn meine Tochter das Gebilde dann zu schön findet, wird sie es nicht mit ihren Gästen zerschlagen wollen, doch darin liegt nun einmal Sinn und Zweck einer Piñata.





3. Nach dem ersten Klebedurchgang setze ich mich schon vor 9.00 Uhr an die Nähmaschine und nähe ein Sweatshirt für eine Kundin, die sich hoffentlich darüber freut, dass sie den Pulli früher als erwartet abholen kann.




4. Da ich so schön im Schwung bin, nähe ich die längst überfällige Yogahose für meinen Mann. Da ich kein Schnittmuster habe, gestaltet sich das Unterfangen etwas spannender als geplant, doch am Ende bin ich sehr zufrieden.




5. Gegen 12.00 Uhr gönne ich mir hochzufrieden eine kleine Mittagspause, in der ich die Reste des gestrigen Abendbrots genieße und an den gestrigen Abend denke. Der war nämlich sehr schön, weil ich mit meinen beiden Töchtern und dem Freund der Großen den Film "Der große Trip" gesehen habe. Ein toller Film, bei dem ich zumindest immer eine große Packung Taschentücher bereithalten muss.




6. Das Nähen hat noch immer kein Ende. Ich überlege, dass es sich ja nahezu um eine Effizienzsteigerung handelt, wenn ich die Tatsache, dass in der Coverlockmaschine noch blaues Garn eingefädelt ist, dazu nutze, zusätzlich eine Sweathose für den Verkauf zu nähen. Kaum gedacht, schon gemacht. Ich bin sehr zufrieden mit der Hose, obwohl ich dieses Kleidungsstück eigentlich nicht so gerne nähe.



Während der ganzen Näherei höre ich Effi Briest als Hörspiel und schwelge. Effi Briest gehört definitiv zu meinen 3 Lieblingsbüchern, vielleicht steht es sogar ganz oben an der Spitze. Ich bewundere die schriftstellerische Technik immer wieder aufs Neue, obwohl ich das Buch bestimmt schon zwanzigmal oder häufiger gelesen habe. Und ich bin immer wieder fasziniert von Theodor Fontane, der die Missstände, in denen sich die Frauen seiner Zeit befanden, auf so unnachahmlich großartige Art und Weise darstellte. Das Hörspiel ist ein wenig ungewöhnlich, zumal ich bedauerlicherweise die Stimme von Effi nicht so gerne mag. Dennoch nimmt mich einmal mehr die Handlung absolut gefangen. Eine herrliche Begleitmelodie zum Nähen, und da ich das Buch so gut kenne, ist es auch nicht so schlimm, wenn das eine oder andere Wort im Geratter der Nähmaschine untergeht.

7. Baden am Nachmittag hat für mich immer den Beigeschmack von Luxus und einem Moment absoluten Nichtstuns. Und welcher Tag wäre besser geeignet als dieser? Ich bin (quasi) alleine, es regnet, und ich habe Vieles bereits erledigt. Also schnappe ich mir mein Buch und verschwinde in der festen Absicht, in der nächsten halben Stunden (mindestens) nicht wieder herauszukommen.




Es ist bislang ein wunderschöner Sonntag, an dem nur eines schlecht ist: Das es bereits 17.45 Uhr und der Tag damit bald zuende ist.

Ich wünsche allen einen schönen und vor allem gemütlichen Sonntagabend.


Kommentare:

  1. Gratuliere zu diesem Entspannungstag. Tolles Kapuzenshirt ! Nähen und Hör-CD geht bei mir schlecht. Ich hör mir die CD auch öfter an, dann hör' ich die fehlenden Stellen meist.

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  2. Schön, dass du deinen "freien" Tag so gut nutzen konntest.
    Ich mag Hörbücher beim Nähen auch sehr gern. Allerdings bist du wahrscheinlich die erste Person, der ich "begegne", die Effi Briest mag.

    Liebe Grüße,
    Sabrina

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