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Freitag, 5. Februar 2016

#WMDEDGT und Freitagsfüller

Jeden 5. eines jeden Monats fragt Frau Brüllen: "Was machst du eigentlich den ganzen Tag?", kurz WMDEDGT. Und da sie nicht die einzige ist, die mich das fragt, mache ich heute nun zum ersten Mal mit beim Tagebuchbloggen.

Um 7.00 bin ich aufgestanden, um den Morgen allein und in aller Ruhe mit einer Tasse Kaffee beginnen zu können. Beim Internetsurfing habe ich einen Link wiederentdeckt und sogleich beschlossen: Da mache ich mit.

Doch vorher musste die kleine Tochter versorgt werden. Da heute wegen der Winterferien noch keine Schule ist, entfällt das Zubereiten der Schulbrote. Dafür musste die Kleine heute Frühstück bekommen, da das Kindergarten-Frühstück wegen eines Ausflugs ausfällt. Die Kinder treffen sich nämlich bereits um 8.45 Uhr auf dem Bahnsteig, um in die Philharmonie (oder, wie die kleine Tochter sagt Tivimonie) zu fahren. Also, huschhusch frühstücken, anziehen, waschen und kämmen und auf geht's zum Bahnhof. Dort angekommen habe ich noch ein wenig geplaudert, dann eingekauft und zurück nach Hause, wo die leidige Hausarbeit auf mich wartet. 

Doch vor der Arbeit kommt eben manchmal doch das Vergnügen: Ich fülle den Freitagsfüller, gesehen bei Barbara, aus:


1. Am Rosenmontag mache ich ganz und gar nichts. In meiner Münsteraner Zeit habe ich zwar auch das eine oder andere Mal gefeiert, doch immer ohne Kostüm. Hier in Berlin kommt mir Karneval noch schräger vor als woanders, also: kein Karneval für mich

2. Kommunikation finde ich nach wie vor sehr interessant. Ich finde es, obwohl ich es schon seit 10 Jahren unterrichte, immer wieder faszinierend, wie Menschen auf Kommunikation reagieren und wie sehr man mit unterschiedlichen Kommunikationsformen  Kommunikationsabläufe beeinflussen kann.

3. Ich verstehe nicht, warum die Menschen untereinander so oft so unfreundlich sind. Sicherlich kann, darf und muss ein jeder Mensch einmal schlechte Laune haben dafür, doch wird sie besser, wenn ich meine Mitmenschen so richtig unfreundlich anharze?

4. Eine seeehr günstige Bluse in einem Ton, der sich wohl "staubrosa" nennt und zu meinen momentanen Lieblingsfarben gehört, ist das letzte Kleidungsstück, das ich gekauft habe.

5. Der Vorteil von wenig Geld ist der, dass ich mir über Investitionsanlagen keine Gedanken machen muss. Okay, zugegeben, ich hoffe trotzdem auf den Supergewinn, der irgendwann bei mir hereinschneit, obwohl ich nirgendwo mitspiele.

6. Ich freue mich auf den Frühling, weil die Vögel dann morgens wieder singen. Und ich auf dem Weg zum Kindergarten mit meiner kleinen Tochter nach Schneeglöckchen und Krokussen Ausschau halten kann.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf nichts Bestimmtes, morgen habe ich ebenfalls noch nichts geplant und Sonntag möchte ich entweder mit meinem Mann eine "Landpartie" machen, oder mit einer Freundin auf einen Flohmarkt gehen, meine älteste Tochter mit ihrem Freund vom Flughafen abholen und, wenn es zeitlich hinkommt, mit meinem Mann zusammen den Tatort anschauen.
Insgesamt möchte und muss ich am Wochenende eine Regenjacke für meine Tochter fertig nähen, da sie die in der kommenden Woche dringend benötigt.


Nachdem ich nun wirklich keinen Grund mehr finde, mich vor der Hausarbeit zu drücken, beginne ich mit der Wäsche. Ich kenne eine Frau, deren Mann einmal sagte, Hausarbeit bestünde doch nur noch aus Knöpfedrücken, warum, um Gottes Willen, man sich denn eigentlich immer noch beschweren wolle. Früher haben die Frauen mit dem Waschbrett am Fluss usw. usf. 

Ich gebe zu: Ich freue mich sehr, dass ich nicht mehr an einen Fluss gehen muss (wäre auch sehr weit für mich), um die großen Mengen an Wäsche zu waschen. Mit einem Waschbrett versteht sich (wobei ich sehr gerne eines hätte. So als Dekoobjekt.). Dennoch ist die Wäsche nicht erledigt, wenn ich lediglich auf einen Knopf drücke. Ich sortiere vorher, sortiere hinterher, lege zusammen, verteile und räume ggf. sogar noch weg. Wobei inzwischen sowohl mein Mann als auch die großen Kinder ihre Wäsche selbst wegräumen müssen. Inzwischen, dass muss ich einräumen, haben sich die Wäscheberge doch sehr verkleinert, da zwei Kinder ausgezogen sind.

Zwischendrin wird gelüftet und die Blumen gegossen.

Dann geht es weiter mit dem Aufräumen des Kinderzimmers. Es wird wirklich einmal Zeit, dass das Zimmer neu strukturiert wird, damit es länger ordentlich bleibt. Da die große Umräumaktion jedoch ohnehin im Sommer mit der Neuanschaffung eines Schreibtischs - die Kleine kommt zur Schule - einhergeht, warte ich noch die paar Monate. Zwar hat unsere Tochter ein sehr großes Zimmer, doch durch ihre Puppenliebe eben auch sehr viele sperrige Puppenmöbel (Küche, 5 Betten, Puppenkleiderschränke für die große Kinderschar usw.)
Nachdem das erledigt ist (inklusive geringfügigem Ausmisten), wird der Freundin-Besuch meiner kleinen Tochter wegen Krankheit abgesagt. Meine Tochter wird sicherlich sehr enttäuscht sein, wenn sie das hört, vor allem, weil diese Freundin zum ersten Mal zu uns kommen wollte.

Am frühen Nachmittag besuchte uns der Vater meiner beiden großen Töchter, was für helle Aufregung sorgte, da nur ich von dem Besuch wusste. Da der Vater über 500 km von uns entfernt wohnt, war die Freude groß. Ich nutzte die Gelegenheit, gleich auch noch den Kleiderschrank meiner jüngsten Tochter auszusortieren, da der Vater meiner Großen ebenfalls noch ein Mädchen bekommen hat, das 1,5 Jahre jünger als meins ist.

Ich holte meine Jüngste aus dem Kindergarten ab, ließ mir in aller Ausführlichkeit von ihrem Philharmoniebesuch erzählen, stellte ihren Feenrock für Fasching fertig und führte ein berufliches Telefonat, bei dem ich mich darauf konzentrierte, den Tumult in der Küche zu ignorieren.

Um 17.20 Uhr kehrte wieder Ruhe ein, der Vater verabschiedete sich, und ich werde gleich, nachdem ich die letzte Maschine Wäsche aufgehängt habe, mich an die Vorbereitungen für das Abendessen, Ofengemüse mit Avocado-Dip, machen.

Wenn ich diesen Tag so Revue passieren lasse, kann ich feststellen, dass letztendlich weder etwas Spannendes, noch etwas Kreatives oder ähnlich Erfüllendes dabei herausgekommen ist. Dennoch war es ein recht guter, entspannter Tag. Und obwohl ich nicht wirklich etwas Produktives geschafft habe, war ich die ganze Zeit mit irgendwelchen Dingen beschäftigt, und ich frage mich, trotz der detaillierten Aufstellung wie am Ende vieler Tage: Wo ist denn nur die Zeit geblieben.

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