Dieses Blog durchsuchen

Posts mit dem Label Kindheit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Kindheit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 14. Mai 2017

Ein krankes Schweinchen zum Muttertag

Wieder ist Sieben Sachen Sonntag und Anita von Grinsestern sammelt wie jeden Sonntag sieben Sachen, für die wir unsere Hände gebraucht haben.

Die letzten beiden Wochen konnte ich leider nicht am Sieben Sachen Sonntag teilnehmen. Vor zwei Wochen waren wir bei einer Konfirmation in der Nähe von Bremen, für die ich mir das hier vorgestellte Kleid genäht hatte. Da ich dorthin ohne Laptop gereist war, konnte ich nichts posten. Und in der vergangenen Woche hatte ich zwar bereits 7 Fotos von meinem Sonntag fertig, wurde jedoch plötzlich krank.

Heute bin ich jedoch wieder dabei, und darüber freue ich mich besonders, weil doch Muttertag ist.

Noch vor den ersten Muttertagsglückwunsch schlich ich mich in das Zimmer meiner Mittleren, in dem ihre beiden Meerschweinchen stehen. Unser "Kummer- und Stressschweinchen" hat uns gestern mit einer Kolik geschockt, die dank des Tierarztes, der trotz Wochenendes extra in die Praxis fuhr, schnell behandelt wurde. So war eigentlich das allererste Geschenk des Tages, dass mich besagtes Schweinchen am Heu knabbernd aus großen Augen ein wenig verschreckt ob der Störung am frühen Morgen anblickte und nicht wie in meinen schlimmsten Befürchtungen tot im Käfig lag.

Dieses Meerschweinchen kostet mich nicht nur meine Nerven, sondern räumt auch mit seinen ständigen Krankheiten mein Konto ab


Eigentlich mache ich mir nichts aus dem Muttertag. Meine Töchter geben mir ständig viel von dem zurück, was Mütter nun mal so geben, und aus dem Grund halte ich Muttertagsgeschenke für mich für überflüssig. Wenn ich dann doch eines bekomme, so schreie ich natürlich nicht "NEIN", sondern freue mich sehr darüber. Die ersten Geschenke bekam ich bereits heute morgen um 6.30 Uhr von meiner Jüngsten, die mich mit einer sehr niedlichen Karte und einem wirklich hübschen Schlüsselanhänger beschenkte. Es war schon seit Tagen zu herzerwärmend zu beobachten, wie sie sich darauf freute, mir diese Geschenke überreichen zu können. Schön, wenn jemandem das Schenken so viel Spaß macht wie das Beschenkt werden.
Auch meine Mittlere hatte zu meiner großen Überraschung ein hübsches weißes Körbchen mit kleinen Röschen für mich. Ach, da war ich doch mal wieder ganz gerührt! Und das, obwohl ich immer wieder beteuere, dass ich nichts haben möchte. 




Zum Frühstück wollte ich profane Aufbackbrötchen machen. Beim Vorheizen hatte ich nicht nur die Zeit vergessen, sondern auch, dass meine Tochter die Pizzareste des Vorabends in den Backofen gestellt hatte. So sah das Ergebnis aus:

Verbrannte Pizza zum Frühstück?


Zur Feier des Tages deckte ich den Frühstückstisch mit dem "Aussteuergeschirr" meiner Mutter. Dieses Geschirr hat für mich eine ganz besondere Bedeutung, da es früher, als ich noch zu Hause lebte, nur gedeckt wurde, wenn Besuch da oder Weihnachten war. Ich finde es wunderschön und da stört mich noch nicht einmal das Abwaschen per Hand - das alte Geschirr mit dem empfindlichen Goldrand würde mir einen Besuch in der Spülmaschine sicherlich sehr übel nehmen.



Da das schöne Wetter am Nachmittag schlechter werden soll, gehen meine Jüngste und ich noch für eine Stunde auf den Spielplatz. Ein Sonntag vormittag hat eine ganz besondere Atmosphäre, vor allem, wenn die Sonne scheint. Ich habe diese ruhige Stunde, die gerade in der Großstadt sehr selten ist, sehr genossen.


Das "Baby" und ich genießen den Sonnenschein, während das Kind klettert

Wieder zurück bereitete ich für meine Töchter nebst Freundin sehr leckere Heidelbeertörtchen zu, die ratzfatz in unseren Bäuchen verschwunden waren.





Da das Wetter sich jetzt verschlechtert, mache ich es mir mit vollem Bauch und Strickzeug gemütlich. Gemütlich ist es allerdings nicht so richtig, denn seit Anfang Mai ist unsere Heizung abgestellt und die Wohnung sehr kalt. Hätte ich die fertig gestellten Granny Squares, die ich hier und hier bereits gezeigt habe, nun auch endlich mal zusammengenäht, könnte ich mich  schön kuschelig darunter vergraben, aber so... So stricke ich denn mit klappernden Zähnen im Takt der klappernden Stricknadeln diese Jacke in gänzlich anderen Farben für meine Jüngste mit der bewährten Wolle von Drops und schaue dabei mit ihr den für uns absolut schönsten Kinderfilm an, bei dem mir auch nach häufigem Anschauen immer wieder Tränen kommen.









Mittwoch, 24. Juni 2015

Ich bin so stolz,

denn ich habe einen Dawanda-Shop eröffnet. Und aus welchem Grund ich da so stolz bin? Das haben vor mir schließlich schon sehr viele geschafft.

Klar, das stimmt. Und all' die, die das geschafft haben, habe ich immer schwer bewundert. Nicht so sehr wegen der technischen Umsetzung (bis vorhin wusste ich nämlich noch nicht, was für ein Umstand das alles ist. Ich entschuldige mich einmal pauschal bei all' denen, deren Mühe und Arbeit ich bislang unterschätzt habe), sondern wegen der Herausforderung, mit ihren selbst gemachten Dingen aus der Komfortzone raus in die "Öffentlichkeit" zu gehen. Wobei ich jetzt, wo ich diesen Schritt gemacht habe, froh sein kann, wenn die "Öffentlichkeit" überhaupt Notiz von mir nimmt.

Seit einiger Zeit nähe ich. Was für meine Mutter insbesondere vollkommen unverständlich ist. Als Tochter einer Schneiderin ist meine Mutter mit dem Gesurre der Nähmaschine aufgewachsen, konnte als Kind Knöpfe sortieren und Stecknadeln aufheben. Dennoch (oder darum) hat sie das Nähen gehasst. Und das habe ich übernommen. Nähen = Igitt.
Als ich in der Schule im Handarbeitsunterricht (ja, den durfte ich noch genießen) nähen musste, hat meine Oma meine Weste beendet. Leider ist das der Lehrerin sofort aufgefallen ("Das sieht viel zu ordentlich aus") und bestrafte meine Oma und mich mit einer schlechten Zensur. Das trug nicht gerade dazu bei, die Liebe zum Nähen (und zum Handarbeitsunterricht) zu fördern.

Während meiner gesamten Kindheit nähte und flickte meine Oma unsere zerrissene Kleidung, machte Jeans enger und Röcke kürzer - nicht immer zu ihrer Freude, denn mancher Rock war ihrer Meinung nach viel zu kurz und manche Jeans viel zu eng. Doch sie tat es trotzdem. Es gab im Schrank einen Korb, in dem verschwanden all' die Dinge, die zu ihrer Reparatur Nadel und Faden benötigten, bis meine Oma kam und alles wieder in Ordnung brachte. Damals war das für mich selbstverständlich, heute weiß ich, wieviel Arbeit jedes "Omiiiii, kannst du mal eben..." gemacht haben muss. Wenn ich die von ihr genähten Puppenkleider anschaue, dann bin ich sprachlos vor Bewunderung, wie genau und akkurat meine Oma diese kleinen Teilchen genäht hat, wie sehr ich in jedem Teil die Liebe spüre, die sie mir immer entgegengebracht hat. Ich habe mit meiner Oma gerne und viel Zeit verbracht, gespielt, gebastelt --- doch nie genäht, wie dumm von mir. Wenn ich jetzt nähe, denke ich oft an meine Oma. Sie würde mich manches Mal rügen, wenn ich nicht ordentlich genug bin, loben, wenn ich es bin und mir immer Mut machen und Geduld predigen. Und ich denke oftmals, dass sie vermutlich sogar stolz wäre. 

Plötzlich, als unser kleines Nesthäkchen ungefähr 2 Jahre alt war, packte mich die Leidenschaft. Schuld daran war ein Kleid, das ich in einem kleinen Geschäft in England kaufte. 




Ich fand es so niedlich und dachte irgendwann: Das kannst Du auch. Und so fing alles an. Das Kleid, das ich diesem Punktekleid nachgenäht habe, existiert schon lange nicht mehr. Es ist auch nicht wirklich gelungen, doch egal, von dem Zeitpunkt an wollte ich nähen.

Seit einiger Zeit wurde und werde ich immer häufiger gefragt, ob ich die Kleidung, die ich in erster Linie für unser Nesthäkchen nähe, auch verkaufe. Ich verneinte immer, bis mich der Erzieher meiner Tochter nach dem Grund fragte. Ich sagte: "Ach, ich trau' mich nicht", und er brach in schallendes Gelächter aus. Das ist der Moment gewesen, in welchem ich dachte, dass er ja recht hätte, dass ich ja nichts zu verlieren hätte. Also fragte ich in einem kleinen Geschäft hier bei uns nach, welches jetzt auf Kommissionsbasis für mich verkauft, nähte wie verrückt und habe heute endlich, endlich meinen eigenen Dawanda-Shop. Gut, bislang sind erst wenige Teil eingestellt, denn ich möchte jetzt erst einmal abwarten, ob es läuft, bevor ich mehr Geld in Stoffe und Zeit für weitere Kleidungsstücke und Größen investiere. Doch egal wie es ausgeht, für mich ist es wichtig, dass ich mich getraut habe. Und darum bin ich jetzt doch ein wenig stolz auf mich. 

Sagte ich schon, dass ich mich freue???