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Dienstag, 21. Februar 2017

Rehe in der Bibliothek

Da der Frühling jetzt kommt - ich bin da ganz optimistisch - war es notwendig, die Frühjahrsgarderobe meiner Jüngsten ein wenig aufzufrischen.

Nach der Frühlingsjacke, die ich bereits gezeigt habe, habe ich nun ein Kleid aus der Oktober 1/17 genäht. Also eigentlich ist es ein Kleid, da meine Tochter jedoch bereits schlief, als ich es genäht habe und ich die Größe meiner Tochter mal wieder falsch einschätzte, habe ich es ein wenig zu kurz genäht. So ist es eigentlich mehr ein Longshirt denn ein Kleid geworden. 





Das Kleid besteht aus zwei unterschiedlichen Stoffarten. Das Oberteil wird aus Jersey genäht, der untere Rand und die beiden Taschen sind aus einem dünnen Jeansstoff. Den hatte ich nur nicht zur Hand und darum habe ich einen festen rosa-weiß gestreiften Denim genommen. Dadurch fällt das Kleid/Shirt weniger schwingend, da ich die Sache mit dem Kleid jedoch ohnehin verdorben habe, fällt das nicht negativ ins Gewicht.






Bestickt habe ich das Kleid mit unserer aktuellen Lieblingsstickdatei Waldliebe. Die habe ich zwar bereits vor einiger Zeit gekauft, jedoch jetzt wiederentdeckt.


In die Oberkanten der Taschen habe ich zwei kleine weiße Ösen geschlagen und durch diese ein rosa Band gezogen. Das nimmt den eckigen Kanten der ansonsten schlichten Taschen die Härte, die sicherlich auch durch den festen Denim sonst noch mehr hervorgehoben würde.

Der rosa Punktestoff ist von Alles für Selbermacher, ebenso wie der Jeansstreifen, den ich jedoch bereits im vergangenen Jahr gekauft habe und der nun dort nicht mehr zu kaufen ist.

Ich werde das Kleid ganz sicher noch einmal nähen und diesmal auch wirklich als Kleid. Hierfür werde ich auch den unteren Besatz aus einem dünneren Stoff nähen, um wirklich ein Kleid und nicht ein Longshirt zu nähen. Dennoch finde ich das Teil sehr gelungen, und auch meine Tochter freut sich sehr darüber und zieht es gerne an. 

Verlinkt bei:
Kiddikram
Made4Girls

Sonntag, 5. Juni 2016

Zum Donnerwetter

was ist das für ein Tag voll banaler Belanglosigkeiten und nichts sagender Tätigkeiten. Na gut, muss es auch geben...

Dennoch bin ich wieder dabei, wenn Anita von Grinsestern für den Sieben Sachen-Sonntag sieben Dinge sammelt, für die wir unsere Hände gebraucht haben. 


1. Kuscheln im Bett mit der jüngsten Tochter. Weder belanglos noch banal, sondern sehr schön. 

Man kann deutlich erkennen, dass lackierte Fingernägel und Gartenarbeit nicht zusammen passen

2. das Wegräumen der Reste des gestrigen "Kinoabends". Zur großen Freude meines kleinen fanatischen Heidi-Fans habe ich den Kinofilm auf DVD erstanden. Dieser Film war der erste (und auch letzte) Film überhaupt, den ich mit meiner Tochter im Kino angeschaut habe. Wir waren im Dezember begeistert, und wir waren gestern begeistert. Für mich ist das ein Film, der das Herz erwärmt und den Tag (noch) ein weniger schöner macht.




3. Anschließend gehen meine mittlere und meine jüngste Tochter und ich in den Garten vorm Haus zum spontanen Frühstückspicknick mit Meerschweinchen. 




4. Da eines der Meerschweinchen es geschafft, sich eine Kralle komplett herauszureißen (wie es das in seinem doch greisen Alter auf dem weichen Rasen geschafft hat, ist mir ein Rätsel), war die vierte Aktion mit meinen Händen heute das Festhalten des Meerschweinchens für die "Not-OP" am Schwein, durchgeführt von meiner mittleren Tochter, während die Jüngste daneben stand und wegen des wild quiekenden Meerschweinchens kaum die Tränen zurückhalten konnte. Auffallend war die Ruhe und Gelassenheit meiner mittleren Tochter, mit der sie nahezu professionell das Tier verarztete. Ich glaube, das zweiwöchige Praktikum hat ihr sehr viel Vertrauen und Gelassenheit gegeben.

Das Rechte, das so unschuldig schaut, ist der Grund für viel Aufregung und noch mehr Blut

5. Nach dieser Aufregung gönne ich mir eine Auszeit mit einem Buch. Es ist von Harper Lee und eine Art Fortsetzung des bekannten Romans "Wer die Nachtigall stört". Ich mochte dieses Buch sehr, als ich es vor langer Zeit einmal gelesen habe, und so war ich sehr gespannt auf die Fortsetzung, die interessanter Weise vor der Nachtigall geschrieben wurde. Da das Manuskript jedoch lange verschollen war, ist es erst vor kurzer Zeit herausgebracht worden.




6. Auf dem Weg nach oben habe ich noch einen Baum geplündert. Zu meiner Rechtfertigung kann ich sagen, dass er bei uns auf dem Grundstück steht. Dennoch war meine Tochter der felsenfesten Überzeugung, ich müsste mich bei dem Baum dafür entschuldigen, dass ich einen Zweig abpflücke und mich dann bei ihm bedanken. Das habe ich getan, den vermutlich hat sie recht damit.





7. Zwischen zwei Gewittern (denen vermutlich noch einige folgen werden), bringe ich meine Jüngste zu einem Kindergeburtstag, um sie dort um 18.30 Uhr abzuholen. 






Anschließend werde  ich, wenn das Kind im Bett liegt, vermutlich ein Sommerkleid für die Jüngste nähen, da ihr die Sommersachen des letzten Sommers ein wenig klein geworden sind, etwas fernsehen und dann ebenfalls ins Bett gehen. Morgen steht ein Zahnarztbesuch mit meiner Jüngsten an, vor dem mir ein wenig graut. Die Kleine hat unten bereits zwei Schneidezähne und oben ist einer am wachsen, während die Milchzähne noch drin sind. Ich befürchte, dass der Zahnarzt ihr sie wird ziehen müssen, und das wird sicherlich nicht ohne viele Tränen passieren. Denkt doch einmal um 13.40 Uhr an uns...

Ich wünsche allen einen schönen Sonntag!!!

Sonntag, 14. Juni 2015

Drei auf Reisen


heißt das Buch, das ich kürzlich gelesen habe. Endlich mal wieder ein Buch, das mich berührt und zum Lachen gebracht hat. Und auch zum einen oder anderen Seufzer. Ein Buch, in dem mir die wesentlichen Protagonisten allesamt sympathisch sind. Das ist recht selten, denn in vielen Fällen sympathisiere ich recht schnell mit einer der handelnden Figuren

In diesem Buch machen der Ich-Erzähler, seine Frau und sein Sohn, kurz bevor dieser sein Zuhause verlässt, um aufs College zu gehen, eine so genannte Grand Tour - eine Reise durch einige europäische Länder. Auf dieser Reise versucht der Erzähler, seine ihm entgleitenden Beziehungen zu retten, wieder einen innigeren Kontakt zu denen aufzubauen, die seine Welt ausmachen, in der er sich lange so vermeintlich sicher gefühlt hat.
Dieses Buch erzählt von einer Ehe, in der die Partner  zwar freundschaftlich-liebevolle Gefühle füreinander hegen, jedoch einer den anderen zu sehr am Boden hält, es erzählt von dem Leben eines jungen Mannes zwischen Kindheit und Erwachsenenwelt (aus der Sicht des Vaters), und es erzählt von der oftmals schwierigen Beziehung zwischen Eltern und Kindern. In Retrospektiven wird die Vergangenheit erzählt, der Ich-Erzähler und ich konnte lachen, weinen und Verständnis aufbringen. Für alle, weil alle einen nachvollziehbaren Grund haben für ihr Handeln, ihr Denken und ihr Fühlen. 





Wer jetzt meint, es handele sich bei diesem Buch um ein schwermütiges, gar trauriges Buch, der irrt sich. Das Buch ist für mich, wie es das Leben ist. Mal lustig, mal traurig, mal nachdenklich und, ja, auch an einer Stelle für mich etwas eintönig. (Zum Glück handelt es sich dabei nur um einige wenige Seiten). 

ich habe mich in diesem Buch nicht den Figuren übergeordnet gefühlt, glaubte aus meiner Sicht des Betrachters nicht zu wissen, wie das richtige Handeln jetzt auszusehen habe. Im Gegenteil, oft genug war ich ebenso ratlos wie die Romanfiguren. Eben weil ich die Gefühle aller drei so verständlich fand.
 Ich werde das Ende des Buches nicht verraten, wobei mir auffällt, dass es eigentlich egal ist, wie es endet, denn alle Schlussoptionen wären möglich, ohne dass die Geschichte darunter leidet. Dass es überhaupt endet, ist schade, denn ich hätte diese drei Menschen im Buch gerne weiter begleitet, wenn es schon nicht möglich ist, ihnen in der Realität zu begegnen. Denn dass ich sie gemocht hätte, davon bin ich überzeugt.

Bekannt geworden ist David Nicolls vermutlich mit seinem 2009 erschienen Roman "Zwei an einem Tag". Auch dieser Roman gefiel mir, kommt aber nach meinem Dafürhalten mit "Drei auf Reisen" nicht mit.


David Nicholls, Drei auf Reisen
Kein & Aber 2014