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Sonntag, 9. August 2015

Ein sonniger Sonntag

7 Sachen Sonntag

Nach nahezu zweiwöchiger Abwesenheit kann ich heute endlich einmal beim 7 Sachensonntag mitmachen.

Nach 11 Tagen Schottland bei Regen und Höchstwerten von 16°C gibt es nur zwei Möglichkeiten, auf das Wetter zu reagieren, das uns bei unserer Ankunft in Berlin erwartete: entweder man ist entsetzt und bekommt beim bloßen Gedanken an erwartete Temperaturen von 38°C schon Hitzewallungen oder man steigert sich total euphorisch in die Vorfreude rein, endlich, endlich, endlich nicht mehr frieren zu müssen. Dies war meine Rekation, denn so wunderschön ich Schottland finde und so gerne ich dort leben würde - über Sonne und Hitze freue ich mich immer wieder. 

Und so nutzte ich bereits am Freitag Petrus Zuvorkommenheit und zog für das Wochenende in den Garten. Unter der stets einsatzbereiten Gartendusche, die jeden fast mehr abkühlt als man ertragen kann (bei dem Wasser handelt es sich nämlich um Grundwasser, welches naturbedingt seeeehr kalt ist), konnte ich die Hitze sehr gut vertragen. 

Und so kam es, dass ich nach einer relativ kurzen Nacht heute, zusammen mit meinen beiden Töchtern, im Garten aufwachte. 
Da ich gestern bis spät in die Nacht Besuch von einer lieben Freundin hatte, stand als erstes das Geschirrspülen an...


... denn sonst hätte ich das zweite Bild nicht entstehen lassen können: Geschirrspülen, um Tassen für den morgens dringend erforderlichen Kaffee zu haben. In unserem Garten geht es sehr einfach und recht improvisiert zu. Ich spüle im Gras knieend mit kaltem Wasser. Alles, was fettig oder zu ekelig ist, muss auf die häusliche Spülmaschine warten - Kaffeetassen und Gläser müssen so sauber werden.



So konnte ich dann endlich lesend (und noch ein wenig fröstelnd, immerhin waren es erst 19°C) den ersten Kaffee am Morgen genießen.




So gestärkt machte ich mich recht bald an das „Zubereiten“ des Frühstücks, was aufgrund der Gegebenheiten immer recht schnell geht.




Bevor es dazu zu heiß wurde, bin ich mit den beiden Mädchen spazieren gegangen. Der Spaziergang führte uns auf Wunsch der größeren Tochter auf eine wunderschöne Wiese, die uns sofort das Gefühl gibt, uns in Dänemarks Norden zu befinden. Und mit ein wenig Einbildung riecht es dort sogar ganz genau so. Es ist eine wunderschöne Stelle, an der man nichts sieht außer Natur und nichts hört außer dem Rauschen der Blätter. Leider hatten wir beide keinen Fotoapparat mit, so dass das nachfolgende Foto stellvertretend für den Spaziergang stehen muss. Diese leeren Schneckenhäuser sammelten die Mädchen an einer Stelle auf dieser Wiese, an der Dutzende dieser weißen Naturschönheiten lagen. Meine mittlere Tochter stellte fest, es sähe dort aus, wie auf einem Schneckenfriedhof. Stimmt, irgendwie wirkte es sehr unnatürlich, aber auch nicht so, als hätte jemand die Schnecken erst gesammelt und dann dort hingeschmissen. Sehr merkwürdig...




Zurück im Garten machte ich mich an die von mir nicht sehr geliebte Arbeit des Unkrautjätens. So ungeliebt sie ist, so dringend erforderlich ist sie in meinem Beet. Wenn alle anderen Pflanzen, vertrocknet oder verfault sind - je nach Wetterlage - „mein“ Giersch lebt. Und er teilt sich in friedlicher Koexistenz das Beet mit Massen an Wilderdbeeren. Gegen Wilderdbeeren habe ich an und für sich nichts, allerdings sind es inzwischen doch zu viele in meinem kleinen Beet. Der Giersch hingegen macht mich WAHNSINNIG. Wenn jemand einen guten Tipp hat, wie man erfolgreich gegen dieses Mistzeug vorgehen kann - immer her damit. Nur sollte es giftfrei sein. Erstens ist mein Garten in einem Trinkwassergebiet, zweitens mag ich kein Gift dort einsetzen, wo meine kleine Tochter rumläuft und drittens hätte ich immer die Sorge, zuviel kleine und größere Lebewesen mit dem Gift zu belasten (die Reihenfolge meiner Gründe kann gerne geändert werden). Für Hausmittel aller Art bin ich sehr, sehr dankbar.










Als ich am Freitag einkaufen war, fiel mein Blick auf ein Spiel meiner Kindheit, das für mich - und vermutlich für sehr viele, die in den 70er Jahren Kinder waren - untrennbar mit den Campingurlauben mit meiner Familie verbunden ist. In den 90er Jahren (glaube ich zumindest) kam die trendigere Version dieses Kinderspiels nun für Erwachsene nach Deutschland. Nahezu jeder, den ich kannte, verabredete sich an sonnigen Tagen auf dafür eigens angelegten Bahnen zum Boule-Spiel. Ein bisschen kam mir das vor wie „Des Kaisers neue Kleider“. Ein Spiel, mit dem Generationen von Kindern gespielt hatten, wurde nun plötzlich die neue Trend-Sportart. Okay, ja, ich weiß, die Kugeln sind größer, schwerer und in Frankreich spielen die Menschen dort Boule seit Menschengedenken.

Ich habe nicht Boule gespielt. Es steckte ganz gewiss keine Überzeugung dahinter, es hat mir nur einfach keinen Spaß gemacht. Doch am Freitag nun also entdeckte ich das klassische alte Bocciaspiel in seinen klassischen Farben. Nicht kunstvoll verpackt in einer schmucken, massiven Holzkiste, sondern einfach und praktisch in einem Kunststoffgestell. Und, oh Wunder, das Kindheitsgefühl stellte sich in dem Moment ein, in dem ich die kleine Kugel warf und meine Töchter und ich versuchten, ihr mit unseren Kugeln so nahe wie möglich zu kommen. Ich nahm, wie schon als kleines Mädchen, die roten Kugeln und verlierte, wie schon als kleines Mädchen, fast immer. Auch heute haben wir die Kugeln herausgeholt und auch heute habe ich von fünf Spielen vier mal haushoch verloren.
Tja, manche Dingen ändern sich scheinbar nie... und Spaß gemacht hat es auch noch.






Und schließlich, nach einem ruhigen, entspannten Sonnentag, geht es mit dem Auto nach Hause, wo wir von der restlichen Familie am heimischen Grill erwartet werden. Bei so schönen Aussichten kann ich die Hitze im Auto und die heißen Sicherheitsgurte  sehr gut ertragen. Was war und ist das doch für ein schöner Sonntag heute!



Kommentare:

  1. Das klingt aber nach einem wunderschönen Tag. Das hätte mir alles auch gut gefallen können (ausser vielleicht das Kraut rupfen *lach*)

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  2. Ja, das war er auch. An einem solchen Tag ist sogar Unkrautzupfen entspannend. Naja, fast...

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