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Montag, 6. Februar 2017

Das erste Zeugnis...

braucht eine angemessene Verpackung!

Unsere jüngste Tochter geht seit dem vergangenen September zur Schule.

Ich habe nun drei Töchter und alle drei gehen sie zur Schule. Doch bei keinem anderen Kind haben wir uns im Vorfeld so viele Gedanken gemacht wie bei unserer Jüngsten.

Sie ist sehr sensibel und schüchtern, verbunden mit einer großen Angst, auf unbekanntem Terrain Fehler zu machen. Fremde Situationen, fremde Menschen machen ihr Angst. Typisch für sie war folgende Situation, als sie dreiJahre alt war: Ich bitte sie, etwas für mich in der Küche in den Mülleimer zu werfen. Sie läuft los und kommt nach wenigen Sekunden zurück. Auf meine Frage, warum sie denn nicht das  Papier weggeschmissen habe, flüstert sie mir ins Ohr: "Ich habe mich nicht getraut. Da waren Leute in der Küche". Die Leute, das waren ihr damals 16jähriger Bruder und sein Freund. EIN Freund, nicht eine ganze Horde Sechzehnjähriger...

Die ersten 2 Jahre im Kindergarten waren für sie sehr schwierig: zu viele Kinder, zu viel Lärm, zu anonym. Sie weinte bereits sonntags, wenn sie montags wieder in den Kindergarten musste, sodass ich sie, wann immer es möglich war, zuhause bleiben ließ.

Schließlich fanden wir, als sie fünf war, den optimalen Kindergarten mit liebevollen Erziehern, festen Bezugspersonen und wenigen Kindern. Ich weiß kaum, wer den Kindergarten mehr genossen hat: Unsere Tochter oder ich.

Aufgrund dieser Erfahrung machten wir uns natürlich Sorgen, ob unsere Tochter geeignet ist für dieses Schulsystem. 
Doch wir hatten riesengroßes Glück. Die Klassenlehrerin ist unglaublich freundlich und einfühlsam, motiviert die Kinder und bringt ihnen das für mich Wesentliche für die erste Klasse bei: dass Schule und Lernen Spaß machen können. 
Denn lesen, Addition und Subtraktion im Zehner- und Zwanzigerzahlenraum - das lernen alle Kinder, manche gleich im ersten Halbjahr, andere im zweiten und manche in der zweiten Klasse. Doch wann lernen die Kinder, dass Schule Spaß machen kann? Dass Lernen nicht gleich Druck bedeutet? Dass Fehler nicht nur nicht schlimm, sondern manchmal auch wichtig sind? Das ist meiner Meinung nach das, worauf es in der ersten Klasse ankommt, hier werden die Weichen für das weitere Schulleben gestellt. Und die Schule nimmt einen so großen Anteil im Alltag der Kinder ein - egal, ob 1, 10. oder 13. Klasse - da sollte Schule nicht Leid und Angst bedeuten.





Wie gesagt, wir haben großes Glück gehabt. Dass es auch hätte anders kommen können, zeigen mir Beispiele aus dem Freundeskreis.

Vorletzten Freitag gab es hier in Berlin Zeugnisse, nur nicht für die ersten und zweiten Klassen. Dennoch bat uns die Klassenlehrerin, den Kindern eine Zeugnismappe mitzuschicken, da sie jedem Kind eine inoffizielle Beurteilung mitgeben wollte.




Von der großen Heidiliebe unserer Tochter habe ich hier, hier und hier bereits geschrieben, und da ich noch Heidi Stoff von Stoffe-Hemmers übrig hatte, habe ich eine Zeugnismappe mit Heidistoff und Heidistickdatei (Stoff und Liebe) genäht. Da ich nur wenig Lust hatte, Volumenvlies zuzuschneiden und aufzunähen - ich hatte sehr wenig Zeit, da ich erst am Vorabend auf die Idee mit der Zeugnismappe kam - freute ich mich, als ich bei Rossmann einen Bügelbrettbezug fand, der farblich gefiel und natürlich gepolstert war. Nachdem ich mir im klaren war, wie die Zeugnismappe aussehen sollte, ging es sehr schnell und so konnte ich der stolzen Erstklässlerin die angemessene Mappe für ihr erstes Zeugnis mitgeben. 



Verlinkt bei: Lunajus Kiddikram und Made4Girls

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